Erinnerung
Der 9. November – Tag der Freude über den friedlichen Fall der Mauern 1989 zwischen den beiden damals existierenden deutschen Staaten, aber auch der Tag des Gedenkens an die vielen Millionen jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft.
Wie passt das zusammen?
Ich frage mich: Wie viele Mauern stecken noch in unseren Köpfen?
Menschen, die ihre Geschichte vergessen wollen, die nicht mehr reden wollen von der Reichspogromnacht 1938 oder nichts mehr hören wollen von den Gräueltaten der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Wie hoch ist ihre Mauer um ihre eigene Geschichte?
Aber es gibt auch Menschen, die am 9. November 1989 jubelten, als die Mauer fiel. Endlich frei, endlich das tun können, was man sich für seine Zukunft, für sein Leben vorstellt. Wie groß ist die Mauer in ihren Köpfen, wenn sie Menschen ablehnen, die vor Krieg und Gewalt, vor einer Diktatur fliehen. Die nur einen Wunsch haben: friedlich zu leben.
Mauern sind 1989 eingerissen worden und werden wieder errichtet.
Was haben wir aus der Geschichte gelernt?
Das Gymnasium Südstadt gedenkt jedes Jahr der Opfer des nationalsozialistischen Terrors an den Stolpersteinen in der Benkendorfer Straße 78 und dem Finkenweg 7, die sie 2004 und 2006 gespendet haben.
Schüler dieses Gymnasiums waren es in den 90er Jahren auch, die gemeinsam mit ihrem Geschichtslehrer Herrn Winkelmann die Schicksale der Halleschen Juden während der NS- Diktatur erforschten und ihre Ergebnisse in einem Gedenkbuch zusammenfassten.
(www.gedenkbuch. Halle.de)
Das ist unser Verständnis von Geschichte und Verpflichtung zugleich.
Es dürfen nicht wieder Mauern entstehen.
Inge Hackbusch (Geschichtslehrerin)